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Kirche Liebschütz

Die Kirche in Liebschütz wurde erst in den Jahren 1838 bis 1841 in der Dorfmitte erbaut und wurde von der damals wohlhabenden Kirchgemeinde so angelegt, dass alle Dorfbewohner darin reichlich Platz fanden.. Bis zum Bau der Kirche gingen die Liebschützer nach Wellerswalde zur Kirche. Die am 20 Mai 1841 eingeweihte Kirche ist ein typisches und unverfälschtes Zeugnis der Neo-Romanik. Dem mit Sandstein verkleideten Turm im Westen schließt sich der Treppenaufgang zu den Emporen und das außen nicht mit Sandstein verkleidete, sondern verputzte Kirchenschiff mit den typischen Rundbogenfenstern an. Der Altarraum wird nur durch drei Treppenstufen vom Kirchenschiff abgetrennt. Der Altar besteht aus einer schmucklosen Mensa ohne Altarwand. Die Kanzel ist in die Rückwand des Kirchenschiffs eingelassen. Hinter dem Kirchenschiff befinden sich die Sakristei, weitere Nebenräume sowie der Treppenaufgang zur Kanzel.

 

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Bemerkenswert ist, dass beim Bau der Kirche 1839 der Turm einstürzte. Ein Arbeiter, der die damals übliche Mittagsruhe schlafend auf dem Gerüst verbrachte, kam dabei leider ums Leben. Dennoch wurde der Turm an gleicher Stelle (auf sumpfigem, durch Pfähle stabilisiertem Untergrund !) und nach dessen Baufälligkeit noch einmal 1870/71 wieder aufgebaut. Interessant ist, dass man damals erstmals in Sachsen ein Betonfundament errichtete.


In den 1990er Jahren wurde das Dach gedeckt. Die Glocken bekamen eine elektrische Läuteanlage. Von Sommer bis Weihnachten 2006 erfolgte eine dringend notwendige Sicherung des Kirchturms (Erneuerung des Turmkreuzes, Reparatur des Gebälks und Neueindeckung des Turmdachs, Beseitigung von absturzgefährdeten Sandsteinelementen der Fassade, Erneuerung von Tür und Treppe zum Hauptportal). Bis zum Frühjahr 2007 wurde die nach dem 2. Weltkrieg montierte Läuteanlage erneuert. Die bisherigen Stahlgussglocken wurden durch zwei Bronzeglocken ersetzt. Eine davon ist die älteste Glocke aus der Kirchgemeinde Strehla aus dem Jahr 1605, die in der Strehlaer Kirche in der Turmspitze hing und bis ins 20. Jahrhundert hinein als Mittagsglocke geläutet wurde. Pfingstsonntag 2007 war die feierliche Glockenweihe.

 

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Die ausgemusterte mittlere Glocke erhielt auf dem Liebschützberg eine neue Funktion als Glocke für Gottesdienste und Veranstaltungen dort. Dazu wurde in einer Gemeinschaftsaktion von Kirchgemeinde, Gemeinde Liebschützberg, Regionalmanagement "Sächs. Zweistromland" und Firmen aus der Region ein 4,5m hoher Holzbalkenglockenturm auf dem Liebschützberg neben der Mühle errichtet.